Barrierefreies Webdesign — Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen

Cover: 'Barrierefreies Webdesign — Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen' von Jan Eric Hellbusch Extern: "Barrierefreies Webdesign — Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen" bei amazon.de

Diese Rezension wurde von Extern: Michael Ibsen verfasst.

"Barrierefreies Webdesign" von Jan Eric Hellbusch: dpunkt.verlag, Heidelberg, 2004.

Einführung

Das Buch beschreibt in sechs Kapiteln sehr detailreich die Grundlagen barrierefreien Webdesigns. Es spannt dabei den Bogen von einer erläuternden Einführung über technische Hintergründe und Details bis hin zur Einbindung multimedialer Inhalte in Webseiten. Es lässt auch die Gestaltung grafischer Programmoberflächen nicht aus und schließt mit einen ausführlichen Praxisbericht.

Kapitelüberblick

In der Einleitung werden zunächst Erklärungen zu verschiedenen Arten der Behinderung bzw. zu Einschränkungen bei der Nutzung von Webseiten gegeben. Daraus ergeben sich Lösungsansätze zur Überwindung dieser Barrieren. Recht detailliert werden schon hier die verschiedenen Vorgaben für barrierefreies Design wie die Verordnung für Barrierefreiheit in der Informationstechnik (BITV) oder die Empfehlungen des W3C beleuchtet. Das Kapitel schließt mit einem kurzen Überblick der wichtigsten Kriterien für Barrierefreiheit. Die Einleitung liest sich etwas zäh und ermutigt wenig zur Einführung und Umsetzung von Barrierefreiheit. Doch dieser Eindruck täuscht, wie die folgenden Kapitel zeigen.

Das zweite Kapitel nimmt mit ca. 150 Seiten den größten Raum ein. Es beschäftigt sich im Detail mit den technischen Möglichkeiten der Umsetzung von barrierefreiem Design und erläutert diese ausführlich mit Code-Beispielen. Viele farbige und schwarzweiße Abbildungen ergänzen die Darstellung anschaulich. Daneben werden auch häufige Fehler erläutert und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Insgesamt erfasst das zweite Kapitel die Bereiche "Texthinterlegung", "Kontraste, Farben und Schriftbild", "Verständlichkeit, Navigation und Orientierung", "Skalierbarkeit", "Layout", "Geräteunabhängigkeit" sowie "Strukturen und Validierung".

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Einbindung verschiedener multimedialer Inhalte in Webseiten, darunter Video und Audio, Macromedia Flash und PDF-Dokumente.

Neben Webanwendungen bezieht sich Barrierefreiheit auch auf grafische Programmoberflächen. Kapitel 4 nimmt sich dieses Themas an. Einen großen Bereich nehmen dabei die nützlichen "Leitlinien zur Entwicklung zugänglicher Software" von IBM ein.

Die Praxis barrierefreier Gestaltung wird in Kapitel 5 ausführlich behandelt. Neben einer Motivation zu Beginn des Kapitels, die die Vorteile der Barrierefreiheit für den Anbieter nennt, wird großer Wert auf das Testen gelegt. Ausführlich werden Vorgehensweisen und verschiedene Werkzeuge vorgestellt und immer ein Bezug auf die entsprechenden Vorgaben hergestellt. Eine Beschreibung der Bedeutung und Durchführung von Nutzertests runden diesen Teil ab. Dieses Kapitel enthält ferner ein Praxisbeispiel zur Einführung und Umsetzung von Barrierefreiheit. Es erläutert konkret die Umsetzung der Barrierefreiheit für einen bestehenden Internetauftritt und das so anschaulich und begeisternd, dass man sofort selbst anfangen möchte.

Der Anhang enthält neben dem üblichen Glossar und Stichwortverzeichnis den vollständigen Text der BITV jeweils mit Verweisen auf die entsprechenden Seiten im Buch, auf denen die entsprechende Vorgabe besprochen wird. Dies stellt eine sehr nützliche Ergänzung und eine ideale Nachschlagemöglichkeit dar.

Gestaltung

Besonders wichtige Informationen sowie Hinweise auf die betreffenden Vorgaben der BITV werden jeweils am Buchrand wiederholt, was die Orientierung sehr erleichtert. Auch bleibt genügend Raum für eigene Anmerkungen. Die Wahl einer serifenlosen Schrift für den Fließtext erschwert ein wenig das Lesen langer Passagen.

CD zum Buch

Zum Buch gehört eine CD, die selbst als (barrierefreie) Website gestaltet ist. Sie enthält alle Codebeispiele nach Kapiteln geordnet, zusätzliche Tutorials und alle Links, die im Buch Erwähnung finden. Auf der CD finden sich einige Softwarewerkzeuge, zur Unterstützung bzw. Prüfung barrierefreier Webseitengestaltung. Eine umfangreiche Linksammlung auf zahlreiche weitere solche Werkzeuge machen die CD unentbehrlich.

Fazit

Insgesamt ist "Barrierefreies Webdesign" von Jan Eric Hellbusch ein gut gelungenes Werk. Es stellt übersichtlich und trotzdem detailreich eine gute Einführung zum Thema zusammen und gibt zahlreiche weiterführende Hinweise. Mit den auf der CD beigefügten Programmen und Tutorials erhält der Leser wertvolle Werkzeuge für die praktische Arbeit an die Hand. Wer sich von der mitunter etwas trockenen Darstellung nicht abschrecken lässt, wird mit fundiertem Wissen und einem praktischen Arbeitshelfer belohnt.

Weitere Rezensionen

Es gab auch weitere Rezensionen. Nachstehend ein Auszug aus den Kommentaren zum Buch: