Ich habe die Seiten auf www.barrierefreies-webdesign.de entsprechend den gängigen Standards neu gestaltet - manche der Standards gibt es bereits seit 1996, wie z.B. CSS 1. Jetzt haben wir bereits 2002!
Die Browser wurden nicht nach den Web-Standards entwickelt. Die Inhalte meiner Seiten sind für jeden Browser zugänglich, aber das Design wird nur von Browsern angezeigt, die CSS 1 voll unterstützen.
Jahrelang war das Ziel, das Web barrierefrei für jeden zu machen, eher mit einem Opium-Traum zu vergleichen als im Bereich des Möglichen zu sehen. Erst im Jahr 2000 lieferten Microsoft, Netscape und Opera die entsprechende Ware. Endlich können wir deren Bemühungen würdigen, indem wir Seiten nach den Standards gestalten. Ich empfehle anderen das Gleiche.
Hinweise und Unterstützung finden Sie auf
Aktualisieren Sie Ihren Browser Browser. Sie könnten auch eigenständig Ihre Seiten
validieren und Ihre Besucher höflich darauf aufmerksam machen, dass zwischenzeitlich W3C-konforme Browser kostenlos zur Verfügung stehen. "Aktualisieren Sie Ihren Browsern" macht es Ihnen lediglich leichter.
Wenn Sie Seiten nach den Standards gestalten, heißt das noch lange nicht, dass alte Browser nicht mehr unterstützt werden können. Es bedeutet aber schon, dass Sie genau überlegen müssen, was eine solche Unterstützung beinhalten soll. Wenn Sie absichtlich den Quelltext Ihrer Seiten deformieren, um die Anforderungen einer zunehmend kleiner werdenden Zahl Ihrer Besucher zu genügen, und wenn diese Deformation andere Besucher schlicht weg ausgrenzt (z.B. behinderte Menschen und andere, die etwa Palm-Pilots™, Braille-Zeilen, Lynx-Browser oder andere Nicht-Standard-Software benutzen), dann sollten Sie sich überlegen, Ihre Vorlagen auf W3C-Konformität zu aktualisieren, auch wenn dann das Ergebnis in alten Browsern nicht gerade berauschend sein wird. Wenn Ihre Web-Programmierung den Standards entsprechen würde und deren Inhalte allen zugänglich wären, dann werden Sie höchstwahrscheinlich die richtige Entscheidung getroffen haben.
Die Standards wurden vor Jahren veröffentlicht. Browser, die diese Standards unterstützen, sind seit 2000 verfügbar. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Typischerweise dauert es 18 Monate bis Benutzer ihre Browser aktualisiert haben. Viele verwenden noch Browser wie Netscape 4, der 1997 freigegeben wurde. Solche Leute werden ihre Software nur dann auf einen neuen Stand bringen, wenn Sie ihnen einen guten Grund dafür geben!
Wenn eine große Zahl von uns so vorgeht, können sogar die 18 Monate verkürzt werden, wobei das Ergebnis ein nach einheitlichen Standards gestaltetes Web sein würde. Das erscheint mir als ein lohnenswertes Ziel.
Hier geht es nicht um Grafik-Design. Es geht vielmehr um die Trennung von Design (Layout und Formatierungen) und Inhalt (Text), die uns eine Vielzahl von Möglichkeiten eröffnet. Z.B. können Websites so innerhalb von Stunden anstatt von Monaten ein neues Layout "verpasst" bekommen. Hören Sie auf, Seiten zu gestalten und dann viel Zeit damit zu verbringen, Workarounds für die Fehler in einzelnen Browsern zu basteln. Und so gestalten Sie auch für Nicht-Standard-Software, ob nun Palm Pilots oder Braille-Zeilen, ohne verschiedene Versionen Ihrer Seiten anbieten zu müssen.
Wenn Sie ein Web-Designer sind, dann Sie es! In einem halben oder in einem Jahr, spätestens in zwei, werden alle Seiten im Web so gestaltet (oder mit Flash 7). Entweder schauen wir zu, wie unsere Kenntnisse überflüssig werden oder wir fangen jetzt an, Techniken, die den Standards entsprechen, zu erlernen und anzuwenden.
Wenn, wie in letzter Zeit, sich die eCommerce-Branche beklagt, dann erscheint die Strategie, sich auf Ihre jetzigen Fähigkeiten zu verlassen, nicht besonders aussichtsreich. Viel klüger wäre es, wenn Sie auf moderne Techniken setzen. Ich würde gerne alle Besucher von www.barrierefreies-webdesign.de in den nächsten Jahren in gesicherten Auftragslagen und Einkommensverhältnissen sehen. Die Themen, die Sie hier finden, könnten Ihnen dabei helfen.
Und wenn das nicht genügt, dann bedenken Sie das
Behindertengleichstellungsgesetz und dessen Auswirkungen auf Web-Zugänglichkeit. Die Trennung von Design und Inhalt mit HTML 4/XHTML und CSS hilft Ihnen, den Bestimmungen dieses Gesetzes nachzukommen. Wenn Sie an Hacks und Workarounds festhalten, dann wird die Entsprechung der Normen umso schwieriger. Der zeitweilige Nachteil einer W3C-Konformität ist, dass Ihr Design in alten Browsern weniger ansprechend sein wird. Für die meisten Ihrer Besucher wird es erheblich leichter sein, ihre Software zu aktualisieren, als es für behinderte Menschen möglich wäre, ihre Augen, Arme und Ohren zu "reparieren".
Theoretisch ja, aber sie machen dabei so viele Fehler, dass ich es vorziehe, einen diesen Browsern nicht bekannten Befehl zur Einbindung des Style-Sheets zu verwenden, womit das Style-Sheet von diesen und noch älteren Browsern nicht geladen werden kann. Eine Erläuterung zu dieser Methode finden Sie auf
A List Apart.
Alte Software unterstützt die Standards nicht. Habe ich das nicht schon gesagt? Es wäre großartig, wenn wir sowohl Rückwärtskompatibilität als auch W3C-Konformität erzielen könnten. Das geht aber nicht. Wir müssen uns entscheiden. Jahre lang haben sich die meisten von uns für die Rückwärtskompatibilität entschieden. Aber ist das wirklich die beste Lösung?
Seit Jahren haben wir gelernt, gute kleine Webdesigner zu sein, die gute Seiten für schlechte Browser programmieren. Jede weitere Seite, die wir nach altmodischen Techniken gestalten, ist dazu verdammt, über kurz oder lang in einem großen Misthaufen faulem Quelltext zu enden und in den Browsern von morgen nicht zu funktionieren; sowohl Browser als auch die Standards haben sich längst weiterentwickelt.
Je länger wir uns nicht umstellen, desto größer wird das Unkraut-Problem. Jeden Tag werden tausende neuer Seiten veröffentlicht. Die meisten davon sind nach schlechten Browsern anstatt den Standards konzipiert. Es ist wie eine Epidemie, und es muss bald enden! Schließlich haben wir gute Browser, also setzen wir sie ein!
Lassen Sie uns die Funktionen der neuen Browser bis zur Grenze ausnutzen, die verbleibenden Lücken in den Standards abgrenzen und den Browser-Herstellern helfen, ihre Produkte noch näher an die Normen zu führen. Flash-Designer tun das auch. Sie pushen Flash an die Leistungsgrenzen und erzählen Macromedia, wie es besser gehen muss. Das Ergebnis ist, dass Flash immer besser wird. Sollten wir nicht das Gleiche für unsere Tools tun? Immerhin wird 90% des Webinhalts und deren Funktionalitäten mit solchen Werkzeugen generiert. Ich denke, wir müssen es anpacken.
Mir ist bewusst, dass viele von Ihnen unter dieser Voraussetzung arbeiten. Sehen Sie es als Chance, Ihren Chef oder die IT-Abteilung darüber zu informieren, dass Browser aus dem Jahr 1997 die Entwicklung im Web ausbremsen. Lassen Sie sie glauben, dass eine Modernisierung Ihre eigene Idee ist. Meistens hilft das.
W3C-konforme Browser sind nicht unbedingt Speicher-Fresser oder prozessorintensiv. Viele benötigen sogar weniger Rechnerleistung als die 4er Browser es getan haben. Ich will hier keine Namen nennen, aber wenn Sie auf die
Browseraktualisierungsseite gehen, werden Sie sicherlich einen oder mehrere Browser finden, die auf Ihrem jetzigen System laufen.
Wahrscheinlich nicht. Aber auch hier, wiederum, je schneller wir die Einhaltung der gemeinsamen Web-Standards nach Vorne bringen, umso eher wird das Web für alle zugänglich - und die Hersteller preiswerter Zugangsmöglichkeiten und Rechner werden dazu gebracht, die gleichen Standards in ihren neuen Produkten zu implementieren.
Im Übrigen entsprechen die Seiten, die Sie gerade lesen, den Standards. Es sieht in einem CSS-fähigen Browser besser aus als in anderen, aber der Inhalt ist in allen Zugangsformen verfügbar. Außerdem haben diese Seiten eine geringe Bandbreite, sogar eine sehr geringe, denn sie verwenden keine Tabellen, die verhältnismäßig viel Rechenleistung benötigen. Deswegen können diese Seiten auch auf langsamen oder alten Rechnern gut geladen werden.
Diese Site funktioniert auf jedem Gerät, das HTML lesen kann. Benutzerfreundlicher kann das wohl wirklich nicht werden.
Danke, dass Sie mir das sagen. Schalten Sie die JavaScript-Funktionalität in Ihrem Browser einfach aus. Diese Seite funktioniert trotzdem.
Weil ich zu faul bin und weil ich mich inhaltlich mit weiteren Aspekten des barrierefreien Webdesigns befasse. Außerdem ist HTML 4. 01 immer noch ein gültiger W3C-Standard.
Na ja, ich habe es getan. ALA und deren Filiale
Babble List auch - und viele andere. Das Interesse an meiner Site zeigt ebenso, dass sich andere das genauso überlegen oder sogar planen. Werden Sie vielleicht der Nächste sein?
Sie wären zumindest in guter Gesellschaft. Viele verwenden bereits ausgeklügelte Style-Sheets, mitunter die
Deutsche Post, die Zeitschrift
Stern und der Nachrichtensender
CNN. Diese Sites verwenden Mechanismen, die automatisch erkennen, welches Style-Sheet für Ihren Browser am Besten geeignet ist und laden das Entsprechende dynamisch. Im Gegensatz dazu verwende ich nur ein einziges Style-Sheet, das in jedem Browser funktioniert, sofern er CSS gut interpretieren kann.
Es ist mir klar, dass sich nicht jede Site hier und heute umstellen lässt, und ich erwarte das auch nicht. Aber je mehr von uns damit anfangen, desto mehr werden dazu kommen. Einer mit einem Schläger ist halt ein Hooligan; Ein Tausend mit einem Schläger sind ein Regiment.
Warum sollte ein vernünftiger Kunde eine halbe Million Euro für eine Flash-Präsenz ausgeben, ohne eine HTML-Version zu verlangen? Keine Ahnung, so was kommt immer wieder vor.
Wie kann ein vernünftiger Kunde damit einverstanden sein, dass seine Site nur auf einer Plattform funktioniert? Ich weiß auch das nicht, es passiert aber auch - Sie haben da sicherlich auch Ihre Erfahrungen gemacht.
Die Einhaltung von Standards zum Nachteil des optischen Erscheinungsbildes in alten Browsern macht mir mehr Sinn als die beiden eben benannten Praktiken.
Und vergessen Sie nicht, Sie müssen sich nicht auf vernünftige Kunden beschränken.
Gerade in den letzten Wochen hat sich die Anzahl der Besucher dieser Site - und korrelierend auch die Anfragen - um ein Vielfaches erhöht. Sicher alles vernünftige Leute. Wollen jetzt alle ihre Webseiten barrierefrei gestalten? Mit Sicherheit nicht! Es stellt sich immer die Frage nach den Bedürfnissen der Besucher und der eigenen Ziele. Aber davon auszugehen, dass kein Kunde auf diese Art Webgestaltung will, dämpft die Motivation und ist außerdem wahrscheinlich falsch. Aus meiner Sicht sind solche allgemeinen Aussagen über Kunden so sinnlos wie allgemeine Aussagen über die Form eines Schneeflockens. Kunden und Schneeflocken haben eins gemeinsam: es gibt keine zwei Gleichen.
Komisch, dass Sie sich das fragen. Ich möchte Ihnen einen interessanten ALA-Artikel über deren Vorgehensweise und über die Besonderheiten einer Übergangsphase von einem HTML-Tabellenlayout hin zu einem Layout mit zwei DIVs und einem Style-Sheet empfehlen:
From hacks to standards, a designer's journey. Er könnte Ihnen nützlich sein.
Seit der Veröffentlichung des Artikels ist das Style-Sheet erweitert worden, um auch in weiteren Browsern gut arbeiten zu können. Teilweise mussten dafür kleinere Kniffe und Workarounds angewandt werden. Diese Geschichte wird in
A List Apart erzählt.
Ein guter Einstieg in die Web-Standards bietet auch ALA (beginnen Sie mit
Auf dem Holzweg),
The Web Standards Project's Resources Department,
Builder.com,
Webmonkey,
Webreference,
XML.com oder die
Quelle aller Web-Standards. In deutscher Sprache finden Sie bei
BIK weitere sehr gute Hinweise.
Nein, es gibt gute und schlechte Verwendungszwecke für Tabellen. Ein guter Grund ist die Erstellung von mehrspaltigem Layout. Ein zweispaltiges Layout ist ohne Weiteres mit CSS möglich, aber drei Spalten sind mit CSS alleine nicht ganz so einfach, obwohl das in
CSS3 funktionieren soll. [Die erste Version dieser Site - bis Juni 2003 - wurden dreispaltig und flüssig im Wesentlichen mit CSS1 erstellt.]
Auf der anderen Seite sind Tabellen zur Erzeugung eines Pixel-breiten Rahmens um eine Fläche oder einer Hintergrundfarbe für Text heute durch den Einsatz von Style-Sheets gar nicht mehr nötig. Und, ehrlich gesagt, ist es nicht einfacher div class="menu" einzutippen statt sich ein Leben lang mit der Entfriemelung von HTML-Tabellen auseinanderzusetzen?
Ein Hinweis dazu: es behauptet keiner, dass ALA mit Yahoo! kooperiert, noch sind urheberrechtliche Verletzungen beabsichtigt. Die gezippte Datei ist lediglich eine beispielhafte Übung an einer bekannten (und schönen!) Site gewesen, um festzustellen, ob sie mit Standard-Methode angepasst werden kann.
In der letzten Woche war ich ziemlich beschäftigt. Aber ALA's David Eisenberg hat es mal versucht. Nach zwei Stunden hat er die Yahoo! Wetterseite teilweise umgesetzt. Sie können die Yahoo! Wetterseite
als ZIP-Datei herunter laden, sofern Sie Interesse daran haben.
Wenn Sie damit andeuten wollen, dass die Umstellung von altmodischem Webdesign auf moderne Layouttechniken nicht immer einfach oder gar automatisch geht, dann gebe ich Ihnen Recht. Das liegt hauptsächlich daran, dass kaum einer von uns ein wirklich tiefgreifendes Verständnis von CSS hat. Auch diejenigen von uns, die meinen, dieses Verständnis zu haben, lernen ständig dazu.
Das Arbeiten mit HTML-Tabellen, auch wenn es manchmal müßig wird, ist für die meisten von uns nur natürlich. Das Verstehen und die Beeinflussung der CSS-Kästen sowie raffinierte CSS-Techniken wie float erfordern hingegen Lernfähigkeit und Geduld. Es hilft auch, wenn Sie bereit sind, auf das monotone Kopieren fertiger Tabellenlayouts verzichten zu wollen und CSS eben CSS sein lassen können. Vor allem müssen Sie bereit sein zu experimentieren, und Sie dürfen CSS nicht verfluchen, nur weil es anders ist.
Praktisch ja. Ich bin relativ neu in der Szene und habe gleich mit mehr oder weniger W3C-konformer Techniken anfangen können. Da ich die Arbeit am Thema und für die Site in meiner Freizeit mache, bleiben allerdings immer ein Paar Punkte auf meiner To-Do-Liste. (jeh)
Es tut mir aufrichtig leid, dass Sie sich so fühlen. Aber bevor Sie gehen, teilen Sie Ihre Gefühle doch der Mailingliste
Nachtflug mit. Als Email-Forum ist das unabhängig von Ihrem 4 er Browser!
Auch sonst sind Sie herzlich eingeladen, sich zur Mailingliste anzumelden.
Dieses Editorial wurde von
Jeffrey Zeldman zusammen mit
David Eisenberg für
A List Apart (ALA) verfasst. Ins Deutsche wurde es mit Genehmigung der Autoren von
Jan Eric Hellbusch übersetzt.
Das englischsprachige Original finden Sie bei ALA:
To Hell With Bad Browsers.
Hellbusch ist Autor der beiden gleichnamigen Titel "
Barrierefreies Webdesign". Mit "2bweb.de" bietet er
Schulung und Beratung für barrierefreies Internet.
Weiterführende Informationen:
Lesen Sie,
warum ich mich an die Standards halte und warum das Layout mit
Cascading Style Sheets statt Tabellen oder Frames gestaltet wurde. Sollten Sie Probleme mit dem Layout haben, so finden Sie in der
Liste standardkonformer Browser Links zu entsprechenden Download-Seiten.
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