Frage: Das Design Ihrer Website sieht im Internet Explorer 6 recht gut aus, aber in Netscape 4. 7 sehr schlecht. Ist das das Layout, das Sie Ihren Lesern empfehlen? Das größte Problem ist, dass die Ergebnisse wie zwei ganz unterschiedliche Seiten aussehen.
Für mich als Webdesigner ist es nicht nur wichtig, dass meine Seite in beiden Browsern gut aussieht, sondern auch, dass die Leser dasselbe Design und dieselbe Formatierung sehen.
Bitte erklären Sie mir, wieso Sie nur für einen Browser layouten.
Mit freundlichen Grüßen
[Name entfernt]
Antwort: Danke für Ihr Schreiben. Ich layoute nicht für einen Browser. Ich programmiere für jeden Browser und sonstige Zugangssoftware, indem ich mich an die
W3C-Standards halte, einschließlich HTML 4.01 und
Cascading Style Sheets.
Im Ergebnis erscheint www.barrierefreies-webdesign.de in Opera 5, Opera 6, MSIE 5, MSIE 5. 5, MSIE 6, Netscape 6 und Mozilla wie vorgesehen. Der Inhalt der Seiten ist mit jedem Browser und sonstiger Zugangssoftware zugänglich, einschließlich Netscape 1.0, Palm Pilots und Web Phones.
Die Gründe für die Einhaltung der W3C-Standards und den Verzicht auf die Anpassung an die Eigenarten (und Fehler) alter, nicht-konformer Browser (seien sie von Netscape oder Microsoft), können Sie nachlesen bei:
www.barrierefreies-webdesign.de verwendet die Methode Nr. 2 des Web Standards Projects: Mit
für alte Browser unsichtbaren Objekten kann der Text in jedem Browser oder anderer Zugangssoftware angezeigt werden, auch wenn die Software nicht in der Lage ist, CSS oder andere Web-Standards zu interpretieren, die für das einfache Layout dieser Seiten eingesetzt wurden.
Bis 1999 gab es keine Browser, die die W3C-Standards im vollen Umfang unterstützten, und Webdesigner lernten, jede erdenkliche und unzulässige Methode der Webgestaltung, damit ihre Seiten in den verfügbaren Browsern funktionierten. Dabei wurde die Arbeit des W3C praktisch ignoriert, insbesondere deren Ziel, Web-Seiten interoperabel und zugänglich für alle zu machen.
Bevor die W3C-Standards verabschiedet wurden und Browser sie unterstützt haben, waren Webgestalter dazu gezwungen, Seiten nach den Eigenarten der verschiedenen Browser zu programmieren. Aus diesem Grund hatte die Webgestaltung vier erhebliche Mängel:
layer-Technik programmiert, funktionierte es nicht mit Netscape 6, geschweige denn Opera oder MSIE.
für alternative Zugänge wie z.B. Handys zugänglich zu machen. Im Gegensatz dazu sind diese Seiten relativ schnell für mobile Geräte zugänglich zu machen.Leider gestalten Ende 2001 immer noch zehntausende Webdesigner ihre Seiten nach alten Techniken und schneidern Webseiten auf die Eigenarten verschiedener nicht-konformer Browser zu. Es ist ein Umdenken erforderlich, und es wird Zeit, dass Webgestalter sich nach den W3C-Empfehlungen richten, um diese Probleme zu lösen. Damit wird eine dauerhafte Interoperabilität und Zugänglichkeit gewährleistet.
Das W3C hat Empfehlungen wie (X)HTML und CSS veröffentlicht, um die größer werdenden
Kompatibilitätslücken zwischen Browsern zu schließen. Webseiten sollen mit der Erfüllung dieser Normen für jeden lesbar sein, ganz im Sinne von
Tim Berners-Lee, dem eigentlichen Erfinder des WWW.
Das Einzige, was Webdesigner und -programmierer tun können, um dieses hohe Ziel zu erreichen, ist, Webseiten nach den Richtlinien des W3C zu erstellen. Dabei müssen sie darauf achten, dass ihre Seiten auf nicht-konformen Browsern funktionieren und zumindest der Inhalt angezeigt wird.
Natürlich ist jede Website anders aufgebaut. Bei der Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für die Umstellung von altmodischen, nicht-konformen Layout-Techniken auf W3C-kompatible Methoden müssen auch die Referrer-Listen analysiert und die Auftraggeber (oder Chefs) angesprochen werden.
Die Methode, die im
The New York Public Library Style Guide skizziert wird (gültiges XHTML, Tabellen als Grundgerüst für das Layout, CSS für alles andere), funktioniert in jedem Browser, auch wenn das Design in 4er oder noch älteren Browsern anders dargestellt wird. Diese Methode eignet sich für Webprojekte und sichert sowohl eine klare inhaltsbezogene Strukturierung als auch die Zukunftsfähigkeit von Websites.
Auf www.barrierefreies-webdesign.de wird hingegen eine andere Methode (HTML für die Strukturierung, CSS für alles Andere) angewandt. Diese Methode erlaubt den Zugang zum Inhalt für jeden Besucher, aber das Design "verschwindet", wenn die Software damit nicht umgehen kann. Keiner der 4er Browser kann das Design anzeigen, denn keiner dieser Browser kann die W3C-Spezifikationen für HTML 4 und CSS vollständig umsetzen. Bevor Besucher mit solchen Browsern ein "zerrissenes" Layout sehen, wo Spalten falsch interpretiert und Formatierungen nicht kaskadiert werden, ist der gänzliche Verzicht auf ein Layout für diese Browser eindeutig die bessere Lösung.
Ich nehme an, dass diejenigen, die 4er Browser immer noch einsetzen, ihre Gründe dafür haben. Ich nehme weiterhin an, dass die meisten dieser Leute nicht besonders auf Design achten. Sie wollen sich lediglich informieren. Mit dieser Herangehensweise werden sie auch auf meinen Seiten finden, was sie suchen.
www.barrierefreies-webdesign.de ist keine kommerzielle Seite. Ich habe es so gestaltet, damit andere über das Web heute und in der Zukunft nachdenken anstatt sich weiter an den Tücken alter Browser zu orientieren.
In der Zukunft dürften Webentwickler auf XML (Trennung von Inhalt und Struktur) anstatt in die Vergangenheit (identische Darstellung in verschiedenen Browsern, ohne Rücksicht auf den damit angerichteten Schaden hinsichtlich Dokumentenstruktur, Interoperabilität und Zugänglichkeit) schauen.
Wenn Sie sich weiter für Web-Standards interessieren, dann empfehle ich Ihnen
The Web Standards Project und insbesondere das
W3C.
Viel Erfolg und nochmals Danke für Ihr Interesse!
Jan Eric Hellbusch
Dieser Beitrag wurde von
Jeffrey Zeldman für
A List Apart (ALA) verfasst. Ins Deutsche wurde er mit Genehmigung des Autors von
Jan Eric Hellbusch übersetzt.
Das englischsprachige Original finden Sie bei ALA:
Why Don't You Code for Netscape?
Zeldman ist Creative Director und Herausgeber bei
A List Apart, Mitbegründer des
Web Standards Projects und Autor von
Taking Your Talent to the Web, A Guide for the Transitioning Designer. In seiner Webdesigner- und Beratungspraxis kann er jeden beliebigen Browser berücksichtigen, aber die W3C-Standards sind seiner Ansicht nach auch
Best Practice.
Hellbusch ist Autor der beiden gleichnamigen Titel "
Barrierefreies Webdesign". Mit "2bweb.de" bietet er
Schulung und Beratung für barrierefreies Internet.
Weiterführende Informationen:
Lesen Sie,
warum ich mich an die Standards halte und warum das Layout mit
Cascading Style Sheets statt Tabellen oder Frames gestaltet wurde. Sollten Sie Probleme mit dem Layout haben, so finden Sie in der
Liste standardkonformer Browser Links zu entsprechenden Download-Seiten.
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