Der direkte Zugriff
"Sehende Personen, die beobachten möchten, was ihr Computer gerade tut, holen sich diese Informationen durch einen Blick auf den Monitor. Ein Screenreader, der im Dienste eines blinden EDV-Anwenders das Gleiche tun soll, hat es da sogar noch besser: Auch einem Screenreader stehen Mittel und Wege zur Verfügung, den Inhalt des Computerbildschirms zu analysieren - nicht umsonst heißt Screenreader ja wörtlich 'Bildschirmleser'. Häufig kann ein Screenreader jedoch noch auf zahlreiche andere Informationen zugreifen: Besonders entgegenkommende Programme flüstern dem Bildschirmleser zusätzliche hilfreiche Botschaften zu, die entweder momentan nicht auf dem Bildschirm stehen oder gar nicht für die optische Ausgabe bestimmt sind."
"Könnten Sie mir ein konkretes Beispiel nennen, damit ich mir das besser vorstellen kann?"
"Gerne. Führen Sie zusammen mit einer sehenden Person das folgende Experiment durch (die Sprachausgabe Ihres Screenreaders muss dazu eingeschaltet sein):
"Faszinierend - und das funktioniert, weil der Internet Explorer meinem Screenreader den gesamten Text 'zuflüstert'?"
"Richtig. Der Internet Explorer und einige andere screenreader-freundliche Programme bedienen sich dazu einer Technologie namens Microsoft Active Accessibility, abgekürzt MSAA. Dabei muss MSAA gleichzeitig von den freundlichen Programmen und vom eingesetzten Screenreader unterstützt werden. Es ist wie bei einer Sprache: Versteht einer der beiden beteiligten Sprecher die Sprache nicht, kommt keine Kommunikation zustande. Glücklicherweise wird MSAA von allen gängigen Screenreadern unterstützt."
"Was bedeutet das aber im Zusammenhang mit PDF?"
"Ein PDF-Dokument wird vom A.R. zunächst einmal rein grafisch am Bildschirm dargestellt. Nun werden einem eingesetzten Screenreader Informationen über den Inhalt und - falls vorhanden - auch Informationen über die logische Struktur des Dokumentes mit Hilfe der MSAA-Technologie zur Verfügung gestellt. Der Screenreader wertet diese Informationen aus und sorgt dafür, dass Sie das PDF-Dokument über Sprachausgabe und Braillezeile lesen können."
"Ich glaube, jetzt habe ich die Probleme mit PDF-Dateien auch auf technischer Ebene verstanden:
"Besser kann man es gar nicht zusammenfassen!
Die meisten Hersteller von Screenreadern haben das Lesen von PDF-Dateien im A.R. sehr komfortabel gemacht: Sie bauen aus den MSAA-Informationen ein eigenes Dokument zusammen, indem man sich sogar mit einem Cursor komfortabel wie in einem Textverarbeitungsprogramm bewegen kann."
"Heißt das: Im A.R. selbst gibt es gar keinen Cursor?"
"Ebenso wenig wie im Internet Explorer."
"Ich kann mich aber doch auf Webseiten mit den Cursortasten bewegen. Wie kommt denn das?"
"Hier wenden die Entwickler von Screenreadern das gleiche Prinzip wie beim A.R. an: Der Internet Explorer ist genau so ein freundliches Programm wie der A.R. Auch er liefert Informationen über Inhalt und Aufbau der am Bildschirm gezeigten Dokumente (in seinem Falle sind das Webseiten) an Ihr Bildschirmleseprogramm. Dieses baut daraus ein vollkommen neues und zugleich 'blindengerechtes' - Dokument auf, das heißt, es ist braillezeilen- und sprachausgabenfreundlich formatiert; außerdem kann man es mit den Pfeiltasten ähnlich bequem lesen wie ein Dokument in einem Textverarbeitungsprogramm. Einen 'echten' Cursor gibt es im A.R. und im Internet Explorer" nur im Zusammenhang mit der Formularbearbeitung."
"Sie sprachen davon, dass der Screenreader aus den Informationen die er vom A.R. über eine PDF-Datei bzw. vom Internet Explorer über eine Webseite bekommt, ein völlig neues Dokument aufbaut, das 'blindenfreundlich' formatiert ist und über einen Cursor verfügt, den es eigentlich gar nicht gibt. Was hat denn dieses Dokument, das ich mit der Braillezeile und der Sprachausgabe lesen kann, überhaupt noch mit dem zu tun, was der Sehende auf dem Bildschirm sieht?"
"Unter Umständen nicht mehr sehr viel, das kommt aber auf das Dokument und den Screenreader bzw. weitere Hilfsprogramme an. Ich gebe Ihnen mal einen kurzen Überblick:
www.webformator.de herunterladen. Auch der WebFormator baut ein von der Bildschirmdarstellung der PDF-Datei oder Webseite unabhängiges Dokument auf, zeigt dieses im Gegensatz zum virtuellen Puffer von JAWS und dem DocumentWizard von VIRGO aber in einem sichtbaren Fenster an. Dieses Fenster legt sich über das Programmfenster des A.R. bzw. des Internet Explorers, so dass Sehende genau verfolgen können, was dem blinden Benutzer auf der Braillezeile angezeigt und über die Sprachausgabe angesagt wird. Übrigens kann der WebFormator auch zusammen mit JAWS und Virgo eingesetzt werden.""Nun gibt es ja den A.R., die verschiedenen Screenreader und den WebFormator in unterschiedlichen Versionen. Deshalb möchte ich, bevor wir zu den Tastenkombinationen des A.R. kommen noch schnell fragen, ab welcher Screenreader-Version ich mit welcher Version des A.R. arbeiten kann."
"Mit dem WebFormator können Sie erst ab der aktuellen Version 2.1 PDF-Dokumente lesen und benötigen dazu mindestens den A.R.6. Ab welcher Screenreader-Version welche Version des A.R. unterstützt wird, erläutere ich Ihnen am Besten anhand einer Tabelle:
| Name des Screenreaders | Erforderliche Screenreader-Version für Acrobat Reader 5 | Erforderliche Screenreader-Version für Adobe Reader 6 | Erforderliche Screenreader-Version für Adobe Reader 7 |
|---|---|---|---|
| Blindows (*) | 2.21 (empfohlen: 3.01) | 3.10 | 3.10 |
| HAL / SuperNova | 5.11 | 5.20 | 5.20 |
| JAWS | 3.71 (empfohlen: 4.02 | 5.0 | 5.0 (empfohlen: 6.1) |
| Virgo (*) | 4.4 | 4.4 | 4.4 |
(*) Anwendern von Virgo und Blindows wird seitens der Hersteller empfohlen, PDF-Dokumente mit Hilfe des WebFormators (Version 2.1) zu lesen, der seinerseits mindestens den A.R.6 voraussetzt."
"Darf ich das in diesem Abschnitt Gelernte noch einmal kurz zusammenfassen:"
Lesen Sie,
warum ich mich an die Standards halte und warum das Layout mit
Cascading Style Sheets statt Tabellen oder Frames gestaltet wurde. Sollten Sie Probleme mit dem Layout haben, so finden Sie in der
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