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Barrierefreies Webdesign ein zugängliches und nutzbares Internet gestalten

PDF und Barrierefreiheit geschrieben von Markus Erle und Jan Eric Hellbusch (2005/2009)

Barrierefreiheit überprüfen

Ob ein PDF-Dokument Tags aufweist, lässt sich schnell unter "Datei" > "Eigenschaften" feststellen. Der Eintrag "PDF mit Tags" bzw. "Markierte PDF" (bei Acrobat 5) muss mit "Ja" gekennzeichnet sein. Dies ist auch im Adobe Reader möglich. In den Professional-Versionen von Acrobat können Sie im Navigationsfenster "Tags" überprüfen, welche Strukturmerkmale vorhanden sind.

Überschrift

Seit Erscheinen von Acrobat 5 bietet Adobe einen integrierten Zugänglichkeits-Checker. Dieser erlaubt die Überprüfung der Zugänglichkeit eines vorhandenen PDF-Dokuments. Dabei werden diejenigen Teile des Dokuments, die Probleme verursachen können, visuell hervorgehoben. In Adobe Acrobat 8 Professional gehen Sie wie folgt vor:

  1. PDF-Dokument mit Adobe Acrobat 8 Professional öffnen.
  2. Im Menü "Erweitert" > "Ein-/Ausgabehilfe" den Punkt "Vollständige Prüfung" wählen,
  3. Die folgenden Optionen auswählen: Ausgabehilfebericht erstellen, Korrekturhinweise in Ausgabehilfebericht einschließen, Kommentare im Dokument erstellen, alle Seiten im Dokument, alle Prüfungsoptionen.
  4. "Prüfung starten".

Der Prüfbericht enthält sowohl die Mängel als auch konkrete Hinweise zu ihrer Korrektur. In den Reader-Versionen steht nur die schnelle Zugriffsprüfung zur Verfügung. Ein Bericht oder Kommentare werden hier nicht erzeugt.

Ausgabehilfebericht, in dem 2 Fehler auf Seite 2 sowie weitere Fehler ab Seite 6 angezeigt und verlinkt werden; die Fehler werden in farblichen Textfeldern im Dokument angezeigt Markierungen und Kommentare im fehlerhaften PDF-Dokument selbst erleichtern das Auffinden der Mängel.

Hinweis: In Adobe Acrobat 5 finden Sie dieses Werkzeug in einer einfacheren Version unter: "Werkzeuge" und dann "Zugriffsprüfung". Dort können Sie auswählen, ob das Prüfprotokoll in einer eigenen Datei gespeichert werden soll oder als Kommentare in die zu prüfende Datei selbst eingefügt werden soll.

Zwei Ansichten eines Dokuments: In der ersten Ansicht ist das Layout zweispaltig und in der zweiten Ansicht stark vergrößert, einspaltig und mit anderem Zeilenumbruch Acrobat 5 bietet eine einfache Einstellung der Zugriffsrechte. Diese Einstellungen sind auch ohne das Plug-In "MakeAccessible" möglich.

Umfliessen

Es ist in den Acrobat-Anwendungen möglich, Texte in PDF-Dokumenten in unterschiedlicher Skalierung darzustellen. Hierbei wird das Umfließen von weiteren Elementen innerhalb einer PDF-Seite unterstützt. Die Darstellung der Schriftgröße kann in Acrobat über "Anzeige" > "Zoom" > "Umfließen" stark verändert werden. Damit im Dokument nicht horizontal gescrollt werden muss, wird durch diese Funktion der Text neu umgebrochen. Spalteninhalte werden nicht mehr nebeneinander, sondern Absatzweise untereinander dargestellt. Tabellen und Bilder werden entsprechend der Fenstergröße angepasst und eventuell verkleinert, um vollständig erfassbar zu werden. Wie ein Dokument unter solchen "Extrembedingungen" aussieht, kann aufgrund der Verschiedenartigkeit der Inhalte und des Layouts nicht vorhergesagt werden. Bei der Erstellung von PDF-Dokumenten sollten daher Darstellungen bis mindestens zur zweifachen Vergrößerung getestet werden.

Zwei Ansichten eines Dokuments: In der ersten Ansicht ist das Layout zweispaltig und in der zweiten Ansicht stark vergrößert, einspaltig und mit anderem Zeilenumbruch Der Adobe Reader bietet eine eigene Vergrößerung an. Texte werden hier mit 100% und 300% dargestellt.

Textexport

Natürlich ist ein PDF-Dokument keine Webseite. Wenn aber die Informationen wichtig sind und sie von allen genutzt werden sollen, dann ist PDF trotz bestimmter Vorteile nicht optimal. Sie sollten überlegen, ob die Informationen nicht auch als HTML oder in einem anderen Format zur Verfügung gestellt werden können. Insbesondere wenn blinde Menschen den Text lesen wollen, bietet sich eine Alternative in RTF (rich text format) an, wenn eine HTML-Version nicht vorhanden ist.

Sofern keine Sicherheitseinstellungen vorgenommen wurden bzw. das Entnehmen und Kopieren von Inhalten zulässig sind, ist der Export des PDF-Inhalts als Text grundsätzlich möglich. Diese Textentnahme ist vor allem in älteren Adobe Readern (vor 2005) wichtig. Bevor Sie ein PDF-Dokument publizieren, stellen Sie bitte fest, dass der Textexport möglich ist:

  1. Im Menü "Datei" > "Exportieren" > "Text" den Punkt "Text (verfügbar)" auswählen.
  2. Bitte achten Sie darauf, dass alle Texte in der Textdatei vorhanden sind, die Reihenfolge der Texte stimmig ist und dass alle Zeichen korrekt dargestellt werden.

Acrobat Professional Versionen verfügen über weitere Exportfunktionen. Sie können PDF-Dokumente in HTML, XML, RTF, TXT oder DOC umwandeln.

Nutzertest

Es bleibt leider nicht aus, dass in der Praxis ein tagged PDF trotzdem nicht richtig von einem Screenreader interpretiert werden kann. Ein Test mit einer Vorlesesoftware ist also notwendig. Eine Demo-Version des Screenreaders "JAWS" kann beispielsweise auf der Seite Extern, englischsprachig: www.freedomsci.de heruntergeladen werden. Den Webreader "Webformator" finden Sie auf Extern: www.WebFormator.com. Noch besser ist es natürlich das Dokument von konkreten Nutzern testen zu lassen, die mit ihrer jeweiligen Software vertraut sind.

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"Barrierefreiheit verstehen und umsetzen" von Jan Eric Hellbusch und Kerstin Probiesch

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© Jan Eric Hellbusch (2001-2012)