Störfaktoren vermeiden

Die Fähigkeit der Nutzer, Inhalte zu lesen und zu bedienen, darf keinesfalls beeinträchtigt werden, wenn die Seite barrierefrei sein soll. In der Praxis werden Seiten oft "im Wesentlichen barrierefrei" oder "barrierearm" umgesetzt, aber manchmal sind genau die Aspekte, die nicht barrierefrei umgesetzt werden, so problematisch, dass der gesamte Webauftritt nicht genutzt werden kann. Ein Beispiel dafür ist, wenn zu einem grafischen Intern: CAPTCHA keine geeigneten Alternativen berücksichtigt werden. Die Mindestanforderung für CAPTCHAs ist die Bereitstellung einer Alternative; besser ist aber der Verzicht auf solche Tests.

Darstellung von zufällig generierten, verzerrten Zeichen Die Absicht eines CAPTCHAs ist es, Roboter auszuschließen, aber Nutzer werden ebenso ausgeschlossen

Vor allem gestalterische Inhalte dürfen die Nutzbarkeit einer Seite nicht blockieren. Der Nutzer darf durch Gestaltungselemente nicht vom Inhalt abgelenkt werden. Beispielsweise müssen sich bewegende oder Intern: blinkende Inhalte vom Nutzer in einen statischen Zustand versetzt werden können. Audio-Inhalte sollen nicht automatisch abgespielt werden. Bei einigen dieser Ablenkungen gibt es Techniken, die die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit dem Grunde nach erlauben, bei anderen hingegen nicht. Es gilt, den Einsatz solcher Gestaltungstechniken sorgfältig abzuwägen und gegebenenfalls darauf zu verzichten.

Ein weiterer Störfaktor ist der Einsatz von Intern: Hintergrundgrafiken für wichtige Inhalte. Wenn Links oder Schaltflächen so gestaltet werden, dann gibt es möglicherweise Probleme, aber auch Lösungen für die Nutzbarkeit in Screenreader. Für Sehbehinderte werden solche Techniken dazu führen, dass die Seite gar nicht genutzt werden kann.

Obwohl es viele "Störfaktoren" gibt, so sind insbesondere die in Intern: Konformitätsbedingung 5 der WCAG20 aufgeführten Erfolgskriterien zu beachten. Dort werden nicht nur solche Erfolgskriterien aufgeführt, die für eine barrierefreie Seite ohne Ausnahme zu erfüllen sind, sondern dort wird auch der Gedanke des "progressive Enhancement" postuliert.