Webstandards des W3C veröffentlicht in 2011

Die wichtigsten Formate des W3C für die Gestaltung barrierefreier Webseiten sind HTML und CSS. Aber es gibt zahlreiche weitere Formate des W3C, mit denen Einzelelemente barrierefrei umgesetzt werden können: Scalable Vector Graphics (SVG) kann zur Gestaltung textbasierter, interaktiver und geräteunabhängiger Multimedia genutzt werden; Synchronized Multimedia Integration Language (SMIL) kann für die Synchronisation von Video, Untertiteln und Audiodeskription verwendet werden.

Diese Techniken bieten aber nur dann den Zugang zu Informationen, wenn die auslesende Software sie unterstützt. Diese Kompatibilität mit Hilfsmitteln ist nicht immer gegeben, so dass von Fall zu Fall entschieden werden muss, welche Technik für welchen Zweck angemessen ist.

Die Webstandards des W3C dienen in erster Linie der Kompatibilität: Webinhalte sollen auf möglichst vielen Endgeräten auf gleiche Weise dargestellt und bedient werden können. Darüber hinaus ist die Aufwärtskompatibilität der Webstandards ein Grundprinzip, d.h. eine heute nach Webstandards erstellte Seite soll in zukünftigen Browsern mindestens ebenso gut funktionieren wie in heute gebräuchlichen.

Anzumerken ist, dass es sich bei dem Begriff "Webstandards" nicht um Standards im eigentlichen Sinne handelt. Extern, englischsprachig: Das W3C ist keine Normierungsbehörde (wie zum Beispiel die ISO) und nicht legitimiert, gesetzlich verbindliche Standards auszugeben. Das W3C spricht deswegen von "Empfehlungen" ( Recommendations). Dennoch haben die Empfehlungen des W3C eine hohe Verbindlichkeit, sowohl für Browserhersteller als auch für Hersteller von Software zur Generierung von Webinhalten, zudem aber auch für Webentwickler und sogar für die ISO selbst, die XML als Grundlage für manche Normen nutzt. Seit 1994 wurden Extern, englischsprachig: mehr als 130 Webstandards vom W3C veröffentlicht.

Webstandards können als gemeinsamer Nenner für verschiedene Browser gesehen werden. Sie sind zudem Basis für Redaktionssysteme und sollten es prinzipiell auch für Webentwickler sein. Webstandards müssen als Prozess gesehen werden, denn nicht alle Browser unterstützen sie vollständig. Sei es die Geräteunabhängigkeit in Firefox 3 oder die CSS-Darstellung im Internet Explorer 6, alle Browser haben ihre Schwachstellen und schließlich müssen auch Redaktionssysteme, JavaScript-Bibliotheken und Hilfsmittel weiterentwickelt werden, um Zugänglichkeit zu gewährleisten.