
Barrierefreies Webdesign ein zugängliches und nutzbares Internet gestalten
Die aktuelle Version 2.0 der Synchronized Multimedia Integration Language, kurz SMIL (sprich "smile") genannt, wurde am 7. August 2001 vom World Wide Web Consortium (W3C) offiziell als Standard veröffentlicht. Diese Technologie definiert Bedingungen und Anforderungen, um die optimale Darstellung, Kombination und Synchronisation von unterschiedlichen multimedialen Inhalten in interaktiven Präsentationen, sowohl im Internet als auch offline, zu gewährleisten. vgl.
Ayars u.a. 2004
SMIL ist ein text-orientierter, nicht proprietärer Standard, der auf XML (eXtensible Markup Language) basiert und dessen Syntax den XML-Konventionen folgt. Ein SMIL-Dokument enthält keine Multimedia-Daten, sondern es besteht ausschließlich aus Informationen darüber, wann, an welcher Position, in welcher Größe und vor allem auch in welcher Abhängigkeit zu anderen Objekten ein bestimmter Medientyp in einer Präsentation erscheinen soll. vgl.
Wittenbrink / Köhler u.a. 2003
Als XML-basierte Sprache muss SMIL den strengen syntaktischen Anforderungen einer solchen gerecht werden. In der W3C-Recommendation "XML 1.0" wird in diesem Zusammenhang von "wohlgeformtem" XML gesprochen. Verstößt ein Dokument gegen eine der nachstehend genannten Regeln, wird es von den einzelnen User Agents nicht interpretiert. Wohlgeformtes XML bedeutet:
<>.<par>, <switch>, etc.). Jene, sich aus mehreren Worten zusammensetzen, folgen dem "Camel Case"-Prinzip. Dabei wird jeder erste Buchstabe eines neuen Wortes der Zeichenkette groß geschrieben (z.B. systemLanguage, priorityClass, etc.).<par>....</par>, etc.). Leere Elemente bilden dabei eine Ausnahme, da sie mit einer verkürzenden Notation geschlossen werden können (z.B. <audio src="test.rm" />).<audio region="audio" src="test.rm" />).<switch><par>...</par></switch>).vgl.
Wittenbrink / Köhler u.a. 2003
SMIL 2.0 ist grundlegend in zehn funktionale Gruppen gegliedert. Diese einzelnen Module enthalten wiederum spezielle Sets an Elementen und Attributen, deren Anzahl von Modul zu Modul variiert. Diese Gruppen werden nachstehend kurz vorgestellt:
animate, set, animateMotion und animateColor.switch, prefetch, customAttributes und customTest.region, root-layout, topLayout, layout und regPointa und arearef, animation, audio, img, video, text, textstream und brushmeta und metadatasmil, head, und bodypar, seq, excl und priorityClasstransitionEin wichtiges Attribut, das an dieser Stelle noch erwähnt werden muss ist id. Durch die Zuweisung dieses Attributs, das prinzipiell jedem Element beigefügt werden kann, und die Tatsache, dass jede dieser Bezeichnungen nur einmal verwendet werden darf, ist eine eindeutige Identifizierung jedes Elements in einem SMIL-Dokument möglich. Dies spielt hinsichtlich der Kontrolle der Inhalte und der Beziehung der Elemente untereinander eine bedeutende Rolle. Zusätzlich bedeutet die Angabe dieses unverwechselbaren Wertes zu einer erhöhten Zugänglichkeit, besonders wenn sinnvolle Bezeichnungen vergeben werden. vgl.
Layaida / Van Ossenbruggen 2004
Wie die meisten XML-basierten Sprachen müssen auch am Beginn jedes SMIL 2.0-Dokuments bestimmte Angaben gemacht werden, damit die Inhalte von diversen User Agents korrekt interpretiert und von anderen XML Dokumenten unterschieden werden können. Als erstes muss die Angabe der Determinanten, denen das Dokument entsprechen soll, die Document Type Declaration (DTD) erfolgen. Am Beginn dieser Definition steht die Angabe des Dokumentelements, für SMIL 2.0 wäre dies das Element smil. Es folgt der "public identifier", der den formalen Aufbau der DTD bestimmt. Schließlich muss noch die Adresse, unter der die formale Beschreibung des verwendeten Dokumenttyps zu finden ist, angegeben werden. Dieses Dokument kann sich sowohl lokal als auch auf einem Server befinden. vgl.
Wittenbrink / Köhler u.a. 2003
Nach dieser Klassifikation der Determinanten beginnt das eigentliche SMIL Dokument mit dem Element <smil>, das obligatorisch die Deklaration des verwendeten Namensraums enthält. Wie ein HTML-Dokument besteht auch ein SMIL-Dokument aus einem Head- und einem Body-Bereich. Dabei enthält der Head-Bereich insbesondere grundlegende Layout-Informationen und definiert die Struktur und den Aufbau der Präsentation. Sämtliche Angaben zum Ablauf der Präsentation, die zeitliche und räumliche Integration von Medien, befinden sich im Body-Bereich. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Ein typisches SMIL 2.0 Dokument ist wie folgt aufgebaut:
<?xml version="1.0"?> <!DOCTYPE smil PUBLIC "-//W3C//DTD SMIL 2.0//EN" "http://www.w3.org/2001/SMIL20/SMIL20.dtd">
<smil xmlns="http://www.w3.org/2001/SMIL20/Language">
<head>
<!-- Angabe von Metadaten und visuelle Organisation der Präsentation -->
</head>
<!-- Angabe der Medien sowie deren räumliche und zeitliche Organisation -->
<body>
</body>
</smil>
vgl.
Layaida / Van Ossenbruggen 2004
Da SMIL ein text-basiertes Format ist, genügt im Grunde ein einfacher Text-Editor um eine Präsentation in dieser Sprache zu gestalten. Diese Möglichkeit ist zwar kostengünstig und ermöglicht theoretisch jedem, das volle Potential von SMIL auszuschöpfen, allerdings sind die Vorteile professioneller Lösungen nicht zu übersehen.
Diese kommerziellen Programme bieten optische und funktionale Hilfestellungen bei der Programmierung (zum Beispiel Anzeige der möglichen Attribute und der korrekten Syntax), integrierte Quelltext-Validatoren, die sofort auf Fehler aufmerksam machen, und ein grafisches User Interface das viele Eingaben vereinfacht und somit Zeit spart. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Zu den wichtigsten verfügbaren Authoring-Werkzeugen zählen:
vgl.
Michel 2004
SMIL ist ein bisher wenig bekannter und verwendeter, aber doch schon weit verbreiteter Standard. Durch die große Marktdurchdringung von Internet Explorer 5.5, RealPlayer und Quicktime hat diese Technologie bisher schätzungsweise 200 Millionen User weltweit erreicht. vgl.
Bulterman 2004
Leider muss auch in diesem Fall festgestellt werden, dass die Hersteller von User Agents eine gewisse Zeit benötigen, um das gesamte Funktionsspektrum einer relativ neuen Technologie zu integrieren. Es ist allerdings schon abzusehen, dass die nächsten Produktgenerationen der wichtigen Player den Anforderungen der UAAG 1.0 völlig entsprechen und SMIL 2.0 in vollem Umfang unterstützen werden. vgl.
Michel 2004
Nachstehend befindet sich eine Aufstellung der aktuell wichtigsten User Agents, die SMIL 2.0 in weiten Bereichen korrekt interpretieren können:
vgl.
Michel 2004
Durch SMIL ist es möglich, eines oder mehrere Medienformate unterschiedlicher Natur in eine singuläre Multimediapräsentation einzubinden. Bisher gibt es allerdings keinen eindeutigen Katalog an Formaten, die von allen User Agenten korrekt dargestellt werden. Die Initiatoren von SMIL haben diesen Standard von Anfang an als medienunabhängiges Konstrukt konzipiert. Einer der wichtigsten Gründe dafür war, lizenzrechtliche Einschränkungen und Restriktionen diverser Unternehmen zu vermeiden. SMIL sollte als offener, allgemeingültiger und nicht kommerzieller Standard etabliert werden. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Dieser Ansatz garantierte auf der einen Seite die rasche Etablierung und Verbreitung des Standards und ermöglichte gleichzeitig die Integration von theoretisch allen bekannten Multimediaformaten. Auf der anderen Seite gibt es für Hersteller von User Agents aber keine Vorgaben, was die Unterstützung der multimedialen Inhalte anlangt. Das kann unter Umständen zu der paradoxen Situation führen, dass zwar prinzipiell jeder proprietäre Medientyp in einer Präsentation verwendet werden kann, dass dieser Medientyp allerdings von einem User Agent eines Konkurrenzunternehmens unter Umständen nicht voll unterstützt, also nicht angezeigt wird. Die gängigsten Medientypen werden allerdings von den aktuellen Playern, mit Ausnahme des Ambulant Players, korrekt interpretiert. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Die Klassifizierung von Medien beschäftigt seit Jahrzehnten Medientheoretiker, eine eindeutige und allgemeine Gliederung konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Im Bereich des Multimedia Engineering hat sich eine technische Einteilung in Statische (discrete media) und Kontinuierliche (continuous media) Medien als sinnvoll herausgestellt. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Statische Medien sind solche, die keine integrierte Zeitleiste haben, die eine temporäre Veränderung der Inhalte bewirkt. Zu diesen Medien zählen fotografische Bilder, Grafiken, Text aber auch animierte Grafiken werden hinzugezählt. Kontinuierliche Medien dagegen besitzen eine eigene Zeitleiste und verändern die Inhalte unabhängig von der Präsentationsumgebung selbständig. Beispiele für diese Kategorie sind Animationen, Audio, Video und zeitabhängiger Text bei synchronisierten Untertitel. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Sowohl bei Online- als auch bei Stand-Alone-Präsentationen spielt die Größe der integrierten Inhalte eine entscheidende Rolle. Die Synchronisation von unkomprimierten Videos, Bildern und Audiodateien bringt die meisten Heimcomputer zumindest an die Grenzen der Kapazitäten. An eine Distribution über das Internet als Download oder gar in gestreamter Form ist angesichts der aktuell verfügbaren Netztechnologien nicht zu denken. Aus diesem Grund ist eine Komprimierung der einzelnen Medientypen unbedingt notwendig. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Wie schon erwähnt zählen hierzu fotografische Bilder, Grafiken und Text. Im Folgenden werden die von den fortschrittlichsten User Agents RealPlayer, Ambulant Player und Grins Player unterstützten Formate angegeben:
vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Video, Audio, Animationen und zeitabhängiger Text werden wie schon erwähnt unter diesem Begriff subsumiert. Genau wie bei den statischen Formaten werden die verfügbaren Technologien hinsichtlich der Unterstützung durch die drei wichtigsten User Agenten beleuchtet. Dabei muss in diesem Fall zwischen streambaren Formaten und solchen, die in voller Größe herunter geladen werden müssen (Download-and-Play) unterschieden werden:
vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Zur Sicherung einer uneingeschränkten Barrierefreiheit von multimedialen Inhalten, muss deren Zugänglichkeit auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Beeinträchtigungen der Nutzer abgestimmt werden. Die Barrierefreiheit von derartigen Inhalten ist aufgrund der Vielfalt der Medienformate und deren Komplexität schwierig, aber nicht unmöglich zu realisieren. Die Problemstellungen und mögliche Lösungsansätze wurden im vorigen Kapitel bereits detailliert diskutiert. Des Weiteren wurde kurz festgestellt, dass SMIL das einzig geeignete Werkzeug ist, um diese Aufgaben umfassend zu lösen. In den nächsten Kapiteln werden die Accessibility Features von SMIL im Detail aufgezeigt.
SMIL ist aufgrund der Fähigkeit, unterschiedliche statische und kontinuierliche Medientypen zu synchronisieren, ein perfektes Instrument, um multimediale Inhalte für alle zugänglich zu machen.
Bei statischen Medientypen wie Bildern und Grafiken können deren Inhalte, ähnlich wie in HTML durch die Attribute "alt", "title" und "longdesc" mit Textäquivalenten versehen werden. Die umfassende Erläuterung dieser Elemente erfolgte im Kapitel Struktur eines SMIL-Dokuments. Ein besonders wichtiges Attribut, dessen Einsatz an dieser Stelle nochmals empfohlen werden muss, ist "id". Die Gründe hierfür wurden im Kapitel Funktionsmodule von SMIL 2.0 genauer erläutert.
Kontinuierliche Medien können und sollen im Sinne der Barrierefreiheit ebenfalls mit diesen Attributen versehen werden. Im Kapitel Multimediale Inhalte und Barrierefreiheit wurden die unterschiedlichen Medientypen und die möglichen Problemstellungen hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit betrachtet. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Inhalte einer Präsentation auf möglichst unterschiedlichen Kanälen angeboten werden sollten, um eine maximale Zugänglichkeit zu erreichen. Durch die Möglichkeit der Integration und der Synchronisation unterschiedlicher Medien und die Tatsache, dass die Entscheidung, welche Formate angeboten werden, dem Nutzer überlassen wird, ist SMIL 2.0 als optimales Werkzeug im Sinne der Barrierefreiheit anzusehen. vgl.
Koivunen / Jacobs 2004
Die Elemente <par>, <seq>, <excl>, <priorityClass> und <switch> der SMIL 2.0 Module "Timing und Synchronisation" und "Content Control" ermöglichen es, in Kombination mit diversen Attributen, die in den weiteren Kapiteln besprochen werden, den Adressaten einer Präsentation die Inhalte abgestimmt auf ihre Anforderungen zu liefern. Nachfolgend werden die Funktionen der hier genannten Elemente kurz erläutert:
<par>: Alle Medien, die innerhalb dieses Zeitcontainers eingebettet sind, sind auf zeitlicher Ebene gleichzeitig (parallel) aktiv.<seq>: Alle Medien innerhalb dieser Element-Klammer werden in linearer Reihenfolge nacheinander (sequentiell) aktiv.<excl>: Von allen Medienformaten, die in diesem Container enthalten sind, wird in Abhängigkeit einer bestimmten Bedingung, immer nur eines aktiv.<priorityClass>: Dieses Element ist ein Sub-Element von <excl> und definiert das Verhalten der inaktiven Medien während diese angesprochene Bedingung erfüllt ist.<switch>: Elemente, die in diesen Container eingebettet sind, werden in Abhängigkeit einer bestimmten Bedingung aktiviert. Im Unterschied zu <excl> hat diese Bedingung keine zeitliche Komponente. Während mit <excl> Inhalte vor allem in zeitlicher Hinsicht beeinflusst werden, dient <switch> zur Überprüfung von Parametern der Ausgabesituation.Wie im letzten Kapitel bereits angesprochen, erlaubt es die SMIL-Technologie, Inhalte und Präsentationen für unterschiedliche Nutzerbedürfnisse und -fähigkeiten, Systemkonfigurationen und sonstige Gegebenheiten zu adaptiert zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise kann die Sprache einer Präsentation auf die Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt, oder die Qualität der Videodatenströme in Relation mit der verfügbaren Übertragungsbandbreite gesetzt werden. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
SMIL erlaubt es, über diverse Attribute Bedingungen zu definieren, unter denen Inhalte optimiert für bestimmte Ausgabesituation zur Verfügung gestellt werden. Diese Attribute können mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel <head> und <body>) jedem Element beigefügt werden. Da ein SMIL-Dokument selbst, wie schon erwähnt, keine multimedialen Inhalte enthält oder produziert, müssen diese Inhalte vom Autor vorab gesondert entsprechend aufbereitet werden. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Die eben angesprochenen Attribute werden im Folgenden näher erläutert. Die erste Gruppe behandelt jene Angaben, die auf die persönlichen Bedürfnisse eines Benutzers, die über das Ausgabegerät definiert werden können, abstellen:
systemLanguage: Bei vielen User Agents kann vom Benutzer eine bestimmte Standardsprache definiert werden. SMIL diese Sprache über systemLanguage abfragen und entsprechend vorhandenen Inhalt liefern.systemCaptions: Der Autor einer Präsentation kann entsprechende Untertitel anbieten, deren Anzeige vom Nutzer in den Einstellungen des Ausgabegerätes aktiviert werden kann.systemAudioDesc: Der Nutzer hat auch die Möglichkeit zu definieren, ob er alternative Angebote in akustischer Form abrufen möchte.systemOverdubOrSubtitle: Dieses Attribut ist im Prinzip ein Unterfall von systemCaptions. Bevorzugt der Betrachter Untertitel, so werden eben diese angezeigt, sind akustische Informationen hilfreicher, stellt SMIL diese zur Verfügung.Die weiteren Attribute werden von den technischen Rahmenbedingungen der Ausgabesituation determiniert:
systemBitrate: Über diese Bedingung können Inhalte auf die vorhandenen Bandbreiten abgestimmt und geliefert werden. Verfügt der User über eine große Bandbreite, wird zum Beispiel ein Video geliefert, ist dies nicht der Fall, wird vielleicht nur ein Bild mit entsprechendem Erklärungstext übertragen.systemScreenDepth: Über dieses Attribut kann eine Präsentation auf die Farbtiefe des Ausgabegerätes abgestimmt werden. Kann dieses System 16,7 Millionen Farben (24 bit Farbtiefe) darstellen, wird ein Bild übertragen, ist das Ausgabegerät ein monochromes Mobiltelefon, ein erklärender Text angezeigt.systemScreenSize: Dieses Attribut stellt auf die Displaygröße des Ausgabegerätes ab. Es ist somit also zum Beispiel möglich, mehrere besondere Layouts einer Präsentation zu definieren und an die situativen Gegebenheiten angepasst zu liefern.systemCPU: Diese Option ermöglicht es, eine Mindestanforderung an die Hardware-Architektur zu definieren, damit ein bestimmter Medientyp angezeigt wird.systemOperatingSystem: Dieses Element erlaubt die Optimierung der Präsentation für einzelne Betriebssysteme durch an deren Gegebenheiten und typische Player angepasste Definition unterschiedlicher Ausgabeparameter.systemComponent: Durch Verwendung dieses Elements kann unter anderem überprüft werden, ob ein bestimmter User Agent ein bestimmtes Medienformat korrekt interpretiert.systemRequired: Unterschiedliche User Agents benötigen unter Umständen spezielle Erweiterungen und Namensräume des SMIL Standards. Um zum Beispiel zu gewährleisten, dass eine Präsentation auf einem Mobile Device korrekt abläuft, können mit diesem Attribut die entsprechenden Bedingungen überprüft werden. vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
SMIL 2.0 ermöglicht die Steuerung und Beeinflussung einer laufenden Präsentation durch den Benutzer. Die schon mehrfach erwähnten Attribute alt und title ermöglichen es sehbehinderten Menschen, einzelne Bedienelemente und deren Funktion zu erkennen. Die Attribute tabindex und accesskey wird die Bedienbarkeit der Steuerelemente einer Präsentation durch die Tastatur garantiert. Auf diesem Wege werden die Bedienelemente jenen Menschen, die aufgrund einer Sehbehinderung oder motorischen Beeinträchtigung keine Maus bedienen können, zugänglich gemacht. Die Funktionalität der beiden letztgenannten Attribute wird im Folgenden kurz erläutert:
tabindex: Mit diesem Attribut werden den einzelnen Steuerelementen numerische Werte in aufsteigender Reihenfolge zugeordnet. Auf diese Weise wird die Abfolge, in der die entsprechenden Elemente bei der Bedienung durch die Tabulatortaste einer Tastatur aktiv werden, definiert.accesskey: Durch dieses Attribut kann einem Bedienelement jedes alphanumerische Zeichen, das auf der Tastatur verfügbar ist, zugeordnet werden. Das betreffende Bedienelement wird durch Betätigung der entsprechenden Taste aktiv.vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
Neben den Elementen <begin>, <end> und <dur>, durch die essentielle zeitliche Parameter wie Beginn und Ende der aktiven Phase eines Elements sowie die Dauer äußerst genau bestimmt werden kann, ermöglicht SMIL 2.0 theoretisch, die interne Zeitleiste von eingebetteten Medien zu beeinflussen. Aus nahe liegenden Gründen ist dies bei gestreamten Inhalten nicht möglich. Die entsprechenden Attribute sind speed, accelerate, deaccelerate und autoReverse. Nachstehend wird ihre Funktionsweise näher erläutert:
speed: Über die Angabe eines numerischen Wertes kann die Abspielgeschwindigkeit eines integrierten Mediums in direkte Relation zum umgebenden Zeit-Container gesetzt werden. Der Wert "2" bedeutet eine Verdoppelung der Standardgeschwindigkeit. Die Angabe eines negativen Wertes ist grundsätzlich auch möglich und bewirkt das Abspielen der betreffenden Zeitleiste in inverser Richtung.accelerate / deaccelerate: Aufgrund der zusammenhängenden Funktionsweise werden diese beiden Attribute hier gemeinsam besprochen. Durch Angabe von eines Wertes zwischen "0" und "1" kann ein Beschleunigen, beziehungsweise das Bremsen der Abspielgeschwindigkeit eines Mediums erreicht werden.autoReverse: Wird dieses Attribut mit dem Wert "true" einem Element beigefügt, so wird das eingebettete Medium nach Erreichen des Endes der internen Zeitleiste rückwärts weiter abgespielt.Die Möglichkeiten der Einflussnahme auf interne Zeitleisten von eingebetteten Medien bringt hinsichtlich der Barrierefreiheit einen enormen Mehrwert mit sich. Dadurch werden die Nutzer in die Lage versetzt, die Geschwindigkeit der Präsentation an ihre individuellen Aufnahmefähigkeiten anzupassen. Diese Funktionen sind zwar schon Teil von SMIL 2.0, werden aber von keinem aktuellen User Agent unterstützt. vgl.
Schmitz, P. 2004
Metainformationen sind im Kopfbereich einer SMIL-Präsentation enthalten und liefern zusätzliches Informationen über die Präsentation. Zu diesen Daten zählen der Titel, Angaben über den Autor, Copyrighthinweise und dergleichen. Die verfügbaren Elemente sind <meta> und <metadata>. Im Folgenden werden diese Elemente näher erklärt:
<meta>: Diesem Element sind drei Attribute zugeordnet. Die Aufgabe von "id" wurde schon an anderer Stelle erläutert. Die beiden anderen liefern nur in Kombination eine nutzvolle Information. Zum Beispiel könnte dem Attribut name der Wert Autor:, content dagegen der Wert Tolstoi zugewiesen werden.<metadata>: Dieses Element dient nur als Hülle um RDF-Informationen einzugliedern. RDF (Resource Description Framework) ist ein neuer offizieller Standard des W3C zur Beschreibung von Webinhalten. Diese Technologie wurde am 10. Februar 2004 als Recommendation publiziert. RDF ermöglicht es, sämtliche Angaben zu eingebetteten Medien im Kopfbereich zu machen und über die eindeutige "id" dem entsprechenden Element zuzuordnen. Dieses Format wird im Moment noch nicht von vielen User Agents korrekt interpretiert. Es ist jedoch absehbar, dass dieser Standard in naher Zukunft die meisten der aktuellen SMIL-Elemente zur Angabe von Metainformationen ablösen wird.vgl.
Bulterman / Rutledge 2004
In einem SMIL 2.0-Dokument kann aber nicht nur der Kopfbereich Metaangaben über die Präsentation enthalten. Es ist möglich, jeden eingebetteten Medientyp mit zusätzlichen Informationen zu versehen. Neben dem schon mehrfach erwähnten Attribut title stehen noch abstract, author, copyright und xml:lang zur Verfügung. Letztere werden nachstehend kurz erläutert:
abstract: Dieses Attribut ermöglicht die Angabe einer kurzen Zusammenfassung der Inhalte des entsprechenden Elements. author: Der Autor eines eingebetteten Medienformats kann durch dieses Attribut angegeben werden.copyright: Die Angabe von eventuellen Urheberrechten sollte über dieses Attribut erfolgen.xml:lang: Die Sprache des eingebetteten Mediums wird mit diesem Attribut definiert.
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