Einführungen in die digitale Barrierefreiheit 
Barrierefreies Webdesign umfasst mehr als korrekten HTML-Code. Barrierefreiheit betrifft sämtliche Bereiche der Webentwicklung von Planung und Konzeption über Design und Frontend-Entwicklung bis hin zur Redaktion. Der Einstieg in die Thematik ist keinesfalls trivial, denn die Mitarbeitenden in den verschiedenen Disziplinen müssen gemeinsam an der Barrierefreiheit arbeiten, um Konformität zu den Webstandards zu erreichen.
Bei der Barrierefreiheit geht es immer um Menschen mit Behinderungen. Diese Nutzende stehen oft vor besondere Herausforderungen, wenn sie Webseiten lesen und bedienen. Webseiten müssen daher konkrete Anforderungen erfüllen, damit keine behinderungsbedingte Barrieren entstehen.
Die Anforderungen für ein barrierefreies Webdesign werden in den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 des World Wide Web Consortiums (W3C) aus dem Jahr 2023 formuliert. Die Anforderungen der WCAG 2.2 werden durch unzählige nicht normative Dokumente und Best-Practice-Beispiele ergänzt. Die Mindestanforderungen können immer umgesetzt werden.
Barrierefreie Webseiten "auf Knopfdruck" sind nicht möglich, denn Barrierefreiheit zeichnet sich unter anderem durch verständliche Inhalte und semantisches HTML aus. Beides lässt sich nicht automatisieren, da diese Aspekte in hohem Maße kontextabhängig sind und eine qualifizierte Beurteilung durch Menschen erfordern. Das gilt im Übrigen für die meisten Anforderungen der WCAG 2.2. Dennoch: Alle Kriterien sind technisch überprüfbar.
Was für alle Qualitätsprozesse gilt, gilt selbstverständlich auch für die Umsetzung barrierefreier Webinhalte: Je früher Fehler vermieden werden, desto eher werden die gesteckten Qualitätsziele erreicht. Fallstricke müssen frühzeitig beseitigt werden; besonders wichtig ist die Kommunikation über Zielsetzungen zwischen Projektleitern, Konzeptern, Grafikdesignern, Technikern und Redakteuren.
Dabei geht es nicht nur darum, den Anforderungen von Nutzenden mit Behinderungen zu bedienen: Redakteure müssen über geeignete Redaktionssysteme verfügen, JavaScript-Frameworks müssen standardkonformen Code erzeugen, Navigationskonzepte müssen schlüssig sein und Kontrastverhältnisse eingehalten werden, um einige wenige Beispiele zu nennen. Die Anforderungen der Barrierefreiheit sind heterogen und die Verantwortung tragen alle Beteiligten.
in diesen einführenden Beiträgen geht es um die "Basics": Es geht um Menschen mit Behinderungen und es geht um eine grobe Orientierung beim Einstieg in barrierefreies Webdesign.
Folgende Themen finden Sie im Bereich "Einführungen in die digitale Barrierefreiheit":
- Was ist digitale Barrierefreiheit?
Digitale Barrierefreiheit wird von verschiedenen Stellen wie das World Wide Web Consortium (W3C) oder im deutschen Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) eng mit den Anforderungen von Menschen mit Behinderung verknüpft. Entscheidend für das Verständnis ist es, die Perspektive des Menschen mit seiner spezifischen Behinderung einzunehmen.
- Barrierefreiheit braucht Zeit
- Anforderungen der Barrierefreiheit sind Qualitätsmerkmale
- Digitale Barrierefreiheit lässt sich in den meisten Fällen problemlos umsetzen.
- Inklusion bedeutet mehr als Konformität
Die Konformität zu den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 muss als Minimalanforderung an die Barrierefreiheit gesehen werden. Konformität ist dabei gleichzeitig die Voraussetzung für mehr Inklusion und ein positives Nutzungserlebnis für viele Nutzer mit Behinderung. Ohne Konformität kann Barrierefreiheit nicht attestiert werden, und ohne Barrierefreiheit gibt es keine digitale Inklusion.
Blättern zur nächsten oder vorherigen Seite
- Was ist digitale Barrierefreiheit? Digitale Barrierefreiheit wird beim World Wide Web Consortium (W3C), in der EN 301549 und im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) unterschiedlich definiert.
- Knowhow und Wissenswertes zu barrierefreiem WebdesignSehr viele Artikel und Beiträge über barrierefreies Webdesign.