Digitale Barrierefreiheit lässt sich in den meisten Fällen problemlos umsetzen.

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Barrierefreies Webdesign ist in erster Linie eine handwerkliche Aufgabe: Webentwicklerinnen und Webentwickler können die notwendigen Techniken erlernen, und nur wenige Inhalte sind grundsätzlich nicht barrierefrei realisierbar. Schwieriger wird es vor allem bei Anwendungen mit 3D-Interaktionen oder stark visualisierten Inhalten, etwa komplexen Spielen. Auch auf Webseiten kann es scheinbar unlösbare Konflikte zwischen Anforderungen und Umsetzbarkeit geben – beispielsweise sind minimale Kontrastverhältnisse nicht für alle Nutzende besser wahrnehmbar oder die persönlichen Anforderungen an Textalternativen können unterschiedlich sein.

Für die überwiegende Mehrheit von Webinhalten existieren jedoch geeignete Möglichkeiten der barrierefreien Umsetzung. Herausforderungen entstehen vor allem dann, wenn Redaktionssysteme, Frameworks oder andere vorgefertigte Komponenten eingesetzt werden. Manche Komponenten erfüllen die Anforderungen nicht vollständig, sodass Anpassungen notwendig werden. Trotz solcher Baukastensysteme bleibt die Verantwortung für die Barrierefreiheit in der Regel bei Ihnen. In manchen Fällen lautet die Lösung dafür: "Vanilla JS" – also der bewusste Verzicht auf Frameworks zugunsten von einfachem und kontrollierbarem JavaScript.

Wichtig ist, dass Sie sich frühzeitig mit den Anforderungen der Barrierefreiheit vertraut machen, idealerweise bevor Entscheidungen über Software, Schulungen oder konkrete Umsetzungsschritte getroffen werden. Eine enge Orientierung an Webstandards wie HTML bildet ein solides Fundament, das durch CSS, JavaScript und ARIA erweitert wird. Darauf aufbauend können Sie nutzerfreundliche und inklusive Webseiten gestalten.

Wie digitale Barrierefreiheit praktisch umzusetzen ist, erläutert insbesondere die Dokumentation zu den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2. Dort finden Sie zu jedem Erfolgskriterium zahlreiche Best-Practice-Beispiele, sodass Sie nicht bei Null beginnen müssen. Diese Dokumentation wird kontinuierlich aktualisiert, auch wenn eine aktuelle deutschsprachige Übersetzung bislang fehlt.

Dank aktueller CSS-Techniken und leistungsfähiger Möglichkeiten in HTML und JavaScript lassen sich heute ansprechende und gleichzeitig barrierefreie Webangebote deutlich leichter realisieren als noch vor wenigen Jahren. Ein konsequenter Fokus auf Barrierefreiheit erhöht nicht nur die Nutzerfreundlichkeit, sondern auch die technische Robustheit, indem wichtige Aspekte der Barrierefreiheit von Browsern übernommen werden. Und der Verzicht auf überladene Frameworks sorgt zusätzlich für schlankere, schnellere Webseiten.