Mythos "Textversion"

Ganz andere Wege

Der direkte Zugriff

Grundsätzlich lassen sich Inhalte auf der Grundlage von Webstandards barrierefrei gestalten; Einschränkungen gibt es dann, wenn eine Technik nicht zugänglichkeitsunterstützend ist. In bestimmten Fällen, wenn eine barrierefreie Umsetzung nicht möglich ist, muss der Inhalt in einer zugänglichen Form bereitgestellt werden. In vielen Fällen geht es um einzelne Inhalte, etwa

Die beiden erstgenannten Punkte sind eher technischer Natur und benötigen alternative Versionen im Sinne der Konformitätsbedingung 1. Dieser Ansatz wird aber nicht in allen Fällen zielführend sein, denn es gibt komplexe Inhaltstypen wie z. B. Landkarten, die mit den verfügbaren Mitteln der Webgestaltung nicht barrierefrei umgesetzt werden können.

Komplexität von Inhalten

Landkarten stellen ein besonderes Problem der Barrierefreiheit dar. Es gibt nur wenige Ansätze, die die Zugänglichkeit für blinde Nutzer sicherstellen, zum Beispiel zweidimensionale Braille-Displays. Meist sind diese Lösungen sehr teuer und für den "normalen blinden Surfer" unerschwinglich. Das Problem ist, dass Landkarten nicht nur zweidimensional aufbereitet sind (und in einer linearisierten Ausgabe kaum verständlich gemacht werden können), sondern in jeder Dimension eine Fülle an verschiedenartigen Informationen enthalten. Die zugängliche Gestaltung wird jedoch bereits an der linearisierten Ausgabe der Informationen scheitern.

Darstellung der Innenstadt von Dortmund mit allen Points of Interest und Straßennamen Innenstadt mit verschiedenen Informationsebenen (Quelle: Google Earth)

Diese Problematik kann sicher auch auf andere Grafiken übertragen werden, wie etwa Lagepläne oder Schaltpläne, wenngleich die Komplexität der Aufgabenstellung dort etwas abnehmen wird.

Ein weiteres Problem, das bei komplexen Grafiken wie Landkarten auftritt, ist die eingesetzte Technik. Ob solche Grafiken mit Flash oder SVG generiert werden, beide Techniken sind nicht zugänglichkeitsunterstützend. Aber auch wenn beide Techniken zugänglichkeitsunterstützend wären, erscheint die lineare Darstellung komplexer Zusammenhänge kaum lösbar: Landkarten sind vor allem durch sehr viele Informationsebenen wie Symbole, Linien und Farben gekennzeichnet, und die bloße Zugänglichkeitsunterstützung wird das Gesamtbild der Karte kaum wiedergeben können. Andere Lösungen scheinen sinnvoller:

  1. Sollen die Informationen von einer Datenbank abgerufen werden können, müssen geeignete Abfragen bereitgestellt werden, die textliche Informationen zur Verfügung stellen. Dabei erfüllen Landkarten unterschiedliche Zwecke: Für ein Lageplan wäre eine Beschreibung ein sinnvolles Ergebnis einer textbasierten Abfrage und bei geologischen Karten könnten Geodaten sinnvoller sein.
  2. Wenn die zugrunde liegende Informationstechnik die Texthinterlegung nicht ermöglicht, dann muss für die Barrierefreiheit die Erreichbarkeit des Anbieters per Telefon gewährleistet sein, damit die Informationen alternativ abgefragt werden können.

Experimente

Alternative Versionen von Seiten können auch als Testseiten gesehen werden, z. B. wenn sich bestimmte Inhalte als nicht barrierefrei erweisen und eine barrierefreie Lösung nur schrittweise eingeführt wird. Das klassische Beispiel sind hierbei Layouts mit Tabellen, die dann sukzessive mittels CSS umgesetzt werden.

Ein Webauftritt ist manchmal nicht ohne weiteres barrierefrei zu gestalten. Bestimmte Gegebenheiten, z. B. fehlende Alternativtexte für Grafiken, können schnell in einer Mediendatenbank oder im Quelltext der Seiten eingegeben werden. Aber die Berücksichtigung von neuen Strukturen im Seitenaufbau, die z. B. [intern] eine strukturelle Navigation erlauben, oder der Umbau einer [intern] Navigationsleiste, dass sie für alle gut nutzbar wird, kann nicht immer sofort erfolgen. Oft müssen die Entwickler CSS erst richtig verstehen lernen - in der Regel braucht ein Entwickler mindestens drei größere CSS-Projekte, bevor die Funktionsweise von CSS richtig verstanden wird.

Es gibt beispielsweise auf vielen Webauftritten Navigationsmechanismen, die mit JavaScript mauspositionsabhängige fly-out-Menüs erzeugen. Wer Browser ohne JavaScript-Unterstützung einsetzt, JavaScript-Unterstützung aus Sicherheitsgründen deaktiviert hat oder - z. B. bei Mobilitätsbehinderten oder Blinden - eine Maus nicht benutzt, kann diesen Navigationsmechanismus gar nicht verwenden und die Seite ist nutzlos. Hier wäre die Gelegenheit, in der alternativen Version einen vor allem nutzbaren Navigationsmechanismus zu entwickeln. So können nach und nach die gestalterischen Elemente in einer zugänglichen und nutzbaren Art und Weise in die alternative Version einfließen, bis das Ergebnis das nicht barrierefreie Original ersetzen kann.

Über das CSS-Design

Lesen Sie, [intern] warum ich mich an die Standards halte und warum das Layout mit [intern] Cascading Style Sheets statt Tabellen oder Frames gestaltet wurde. Sollten Sie Probleme mit dem Layout haben, so finden Sie in der [intern] Liste standardkonformer Browser Links zu entsprechenden Download-Seiten.

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