Barrierefreie Informationstechnik im Überblick
Dieser Überblick hilft denjenigen, die sich weniger mit der grafischen Gestaltung und Programmierung beschäftigen und mehr an den Inhalten und kommunikativen Anteilen interessiert sind. Anhand von neun Punkten werden die wichtigsten Aspekte der Barrierefreiheit in der Informationstechnik deutlich gemacht.
- Grafiken und Bilder sind nur visuell wahrnehmbar. Alternative Texte für deren Inhalt und/oder Funktion sind von größter Bedeutung in Ausgabemedien wie zum Beispiel der Sprachausgabe.
- Dem Informationsanbieter ist in der Regel nicht bekannt, mit welchen Bildschirmfarben und -auflösungen der Nutzer arbeitet. Eine letztendliche Entscheidung über die Darstellung der Inhalte soll dem Nutzer überlassen werden, um eine größtmögliche Zugänglichkeit zu gewährleisten.
- Das Verständnis der Funktion und Navigation ist Voraussetzung für die Nutzung eines Informationsangebots. Objektinformationen oder eingesetzte Begriffe für Navigationselemente (im Web: Links) sollen selbsterklärend sein.
- Die Orientierung innerhalb eines Informationsangebots wird durch Titel und Bezeichnungen unterstützt. Jeder Inhalt und jedes Fenster soll geeignete Orientierungshilfen aufweisen.
- Nicht jeder verwendet eine Maus zur Bedienung des Computers. Die Informationstechnik muss geräteunabhängig realisiert werden, also auch zum Beispiel mit der Tastatur bedienbar sein.
- Manche Ausgabemedien bereiten Inhalte linearisiert auf. Standardelemente (im Web: Strukturelemente) helfen bei der Navigation, weil Computerhilfsmittel diese erkennen, zusammenfassen und bedienbar machen.
- Multimedia kann aus vielen Gründen eine Barriere bedeuten. Deshalb sollten die Möglichkeiten der Untertitelung und Audiodeskription genutzt werden, oder - falls die multimediale Anwendung selbst nicht zugänglich gestaltet werden kann - Textzusammenfassungen bereitgestellt werden.
- Da jedes Informationsangebot anders ist, unterscheiden sich auch Funktionen und Bedienung. Eine zugängliche Dokumentation und ausreichende Hilfe sollte zur Beschreibung der Nutzung bereitgestellt werden.
- Die Empfehlungen des W3C und von IBM haben sehr viele Aspekte der Barrierefreiheit integriert. Verwenden Sie Werkzeuge wie z.B. Validatoren zur Überprüfung von Code.
Die vollständige Checkliste des W3C zur Barrierefreiheit finden Sie unter:
http://www.w3.org/ TR/ WCAG/ full-checklist.html bzw. auf diesem Webauftritt als
deutsche Übersetzung.
Die IBM Software Guidelines finden Sie als Übersetzung ebenfalls auf diesem Webauftritt als
Leitlinien zur Entwicklung zugänglicher Software.
Quelle:
Barrierefreies Webdesign - Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen (dpunkt, 2005), S. 51.