Barrierefreies Webdesign ein zugängliches und nutzbares Internet gestalten

Das Internet hören und fühlen geschrieben von Niki Slawinski (2005)

Glossar

ALT-Texte auf Internetseiten:
Alternative Textbeschreibungen von Bildern, so dass Blinde erfahren, was auf dem Bild zu sehen ist.
Auditive Wahrnehmung:
Fachausdruck für die Wahrnehmung über den Hörsinn (siehe Kapitel "Sinneswahrnehmungen").
Bannerbeschreibungen auf Internetseiten:
Beschreibungstexte zu Bannern, damit Blinde erfahren, was auf dem Banner zu sehen ist.
Befehle:
Im Zusammenhang mit der Blindenhilfsmittelsoftware sind mit "Befehle" die Tastaturbefehle gemeint (siehe "Tastenkombinationen").
BITV:
Dies ist die Abkürzung für Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (Erläuterungen siehe Kapitel Intern: Vorgaben für barrierefreies Webdesign (BITV).
Braillezeile:
Mit der elektronischen Braillezeile, ein Blindenhilfsmittel, können Blinde die am Computermonitor angezeigten Inhalte haptisch wahrnehmen, also erfühlen. Die Eingabe erfolgt über die normale Tastatur, welche auf der Braillezeile aufliegt.

Computertastatur mit Braillezeile Abb. 16: Foto eines Computerarbeitsplatz für Blinde. Dieser Computerarbeitsplatz wurde im IT-Pool der von-Vincke-Schule in Soest fotografiert. Für die Dateneingabe nutzen Blinde die normale Tastatur, welche auf der Braillezeile aufliegt. Die Braillezeile dient der haptischen Wahrnehmung und damit als Ausgabegerät. Als Alternative zur Braillezeile sind Lautsprecher für die auditive Wahrnehmung angeschlossen (auf dem Bild nicht zu sehen).

Braillezeile Abb. 17: Nahaufnahme einer Braillezeile. Die Braillezeile besitzt Blöcke, die aus jeweils acht, hier auf dem Bild weißen, vertikal beweglichen Stiften besteht. Durch Erhebung dieser Stifte wird die Brailleschrift, die abgetastet werden kann, abgebildet. Der Preis einer Braillezeile hängt unter anderem von der Anzahl der Blöcke ab. Über und neben den Blöcken sind weitere Knöpfe, welche zentrale Funktionen, wie zum Beispiel "zur nächsten Zeile springen", ausführen.

Chat:
Ein Chat ist eine Art Computerkonferenz, über die zwei oder mehrere Internetnutzer direkt und in Echtzeit meist nur über das geschriebene Wort kommunizieren (Textkommunikation) (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/Chat).
CSS:
Cascading Style Sheets (CSS) gelten heutzutage als die Standard-Stylesheet-Sprache für das Web, über die der Stil und der Inhalt einer Internetpräsenz getrennt voneinander gepflegt werden können (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/Css).
CSS-Validator:
Mit einem CSS-Validator können Internetseitenbetreiber ihre erstellten Cascading Style Sheets (siehe "CSS") auf Richtigkeit überprüfen (jigsaw.w3.org, 03.12.05, /css-validator/).
FAQ-Listen, auch FAQs:
FAQ steht für "frequently asked question" und betitelt auf vielen Internetseiten eine Rubrik, in der häufig gestellte Fragen beantwortet werden (dict.leo.org, 03.12.05)
Filesharing, auch Peer-to-Peer-Netzwerke:
Über Tauschbörsen-Computernetzwerke ist es Internetnutzern möglich, Dateien über das Internet zum Kopieren anzubieten bzw. herunterzuladen (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/Filesharing).
Foren, auch Diskussionsforen oder Webforen:
In einem Internetforum tauschen sich Internetnutzer öffentlich über unterschiedliche Themen aus (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/Diskussionsforum).
Frames, auch Rahmen:
Über Frames kann der Anzeigebereich des Browsers in verschiedene, frei definierbare Segmente aufgeteilt werden. Frames werden in einer speziellen HTML-Datei, das sogenannte Frameset, definiert (de.selfhtml.org, 03.12.05, /html/frames/definieren.htm).
FTP (File Transfer Protocol):
FTP ist ein Protokoll, welches die Dateiübertragung über TCP/IP-Netzwerke ermöglicht (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/File_Transfer_Protocol).
Grafikcodes:
Bei manchen Online-Diensten muss man bei der Registrierung einen Code, der sich in einer Grafik befindet, abtippen. Dieser Grafikcode ist eine Sicherheitsabfrage, mit der sichergestellt werden soll, dass sich eine natürliche Person und kein Spam-Programm anmeldet (webmaster-resource.de, 02.12.05, /tricks/php/sicherheitsabfrage-mit-hilfe-eines-grafischen-codes.php). Grafikcodes stellen für Blinde eine technische Barriere dar.
Gratifikationen, auch Bedürfnisbefriedigungen:
Der Ausdruck Gratifikationen wird innerhalb der Gratifikationsforschung bzw. im Rahmen der Theorie des Nutzenansatzes verwendet (siehe Kapitel Intern: Theorie der Gratifikationsforschung).
GS/GO-Modell:
Das Modell veranschaulicht den Zusammenhang zwischen gesuchten (GS) und erhaltenen Gratifikationen (GO) (siehe Kapitel Intern: Theorie der Gratifikationsforschung, "Erweitertes GS/GO-Modell mit Blick auf das Internet" und Intern: GS/GO-Modell angewendet auf die Internetnutzung der Blinden).
Haptische Wahrnehmung:
Fachausdruck für die Wahrnehmung über den Tastsinn (siehe Kapitel "Sinneswahrnehmungen" unter Intern: Die Sonderstellung Blinder in unserer Gesellschaft).
HTML (Hyper Text Markup Language):
HTML ist eine technisch gesehen einfach aufgebaute Auszeichnungssprache (Markup Language), mit der Texte strukturiert, aber auch Grafiken und multimediale Inhalte per Referenz eingebunden bzw. verlinkt werden können (de.selfhtml.org, 03.12.05, /intro/technologien/html.htm).
ICQ:
ICQ ist ein kostenfreies und sehr verbreitetes Chatpogramm (siehe Chat) über das Internetnutzer in Echtzeit kommunizieren können. Nach eigenen Angaben besitzt ICQ weltweit über 150 Millionen registrierte Nutzer. Der englisch auszusprechende Begriff ICQ ist ein Wortspiel und steht für "I Seek You" (deutsch: "Ich spüre dich auf") (siehe auch MSN-Messenger und icq.com, 03.12.05, /info/ und dict.leo.org, 03.12.05)
Internettelefonie, auch Voice-over-IP (VoIP):
VoIp ermöglicht es, weltweit kostenlos oder gegen sehr geringe Kosten über das Internet zu telefonieren (telespiegel.de, 03.12.05, /html/internettelefonie_-_alle_detai.html).
IRC (Internet Relay Chat):
Der IRC ist ein Mehrbenutzer-Kommunikationssystem, auf dem sich Leute in Gruppen oder individuell per Textkommunikation unterhalten können (irc.pages.de, 02.12.05, /intro.html)
JAWS (Job Access With Speech):
JAWS ist ein Screenreader aus dem Hause Freedom Scientific (siehe auch "Screenreader" und freedomsci.de, 03.12.05, /prod01.htm).
Mailingliste:
Im Internet ermöglicht eine Mailingliste die Möglichkeit, sich innerhalb einer geschlossenen Gruppe per E-Mail auszutauschen (de.wikipedia.org, 03.12.05, /wiki/Mailingliste).
Messengerdienst:
Dies ist ein anderer Begriff für "Chat(programm)" (siehe "Chat").
MSN:
Dieser Begriff wurde von den blinden Schülern bei den Gruppenbefragungen als Kurzform für "MSN-Messenger" genutzt (siehe "MSN-Messenger").
MSN-Messenger:
Der MSN-Messenger ist ein kostenfreies und sehr verbreitetes Chatprogramm und damit eine Alternative zu ICQ (siehe "Chat", "ICQ" und messenger.msn.de, 03.12.05).
Online-Updates:
Software-Aktualisierungen, die sich über das Internet vollziehen.
Radio-Upstream:
Mit diesem Begriff wurde von Schülern die Möglichkeit angesprochen, online ein Radioprogramm anzubieten (siehe auch "Upstream").
Rahmen:
Im Webdesignbereich ein Synonym für "Frames" (siehe "Frames").
Screenreader:
Ein Screenreader ist ein für Blinde und Sehbehinderte sehr wichtiges Hilfsprogramm, um den Computer und das Internet nutzen zu können. Er gibt den aktuellen Bildschirminhalt per Sprachausgabe und/oder Braillezeile wieder (siehe auch "JAWS" und "Virgo 4").
Tastaturbefehle:
siehe "Tastenkombinationen"
Tastenkombinationen:
Blindenhilfssoftware wird über Tastenkombinationen gesteuert. Diese Tastaturbefehle müssen Anwender auswendig lernen, um souverän mit dem Computer umgehen zu können.
Upstream:
Der Upstream drückt aus, mit welcher Bitrate man Dateien hochladen (streamen) kann. Mit T-DSL hat man in der Regel einen Upstream von 128 kbps (radiostreamer.de, 03.12.05).
Virgo4:
Virgo4 ist ein Screenreader aus dem Hause Baum (siehe auch "Screenreader" und virgo4.de, 03.12.05).
Windows:
Das PC-Betriebssystem von Microsoft heißt Windows. Zurzeit sind die Versionen Windows 2000 und Windows XP sehr verbreitet.
W-LAN (Wireless LAN):
Mit W-LAN wir die kabellose Netzwerktechnik bezeichnet (informationsarchiv.net, 03.12.05, /statisch/wlan/).